Aktuellste Informationen: Auswirkungen von Corona auf unser Hobby

MON-Präsident Dr. Marcel Huber richtet sich mit einer Videobotschaft an die MON-Mitgliedsvereine
In Veröffentlichungen zum Stand der Corona-Strategie in Bayern wurde vielfach veröffentlicht, dass ab 4. Mai u.a. auch „Versammlungen von bis zu 50 Teilnehmer“ erlaubt seien. Dies betrifft allerdings nicht Musikproben, (Stand)Konzerte und andere Auftritte. Gemeint sind damit Demonstrationen und Kundgebungen im Sinne des Versammlungsgesetzes. Solche „Demonstrationen“ im Freien sind ab 4. Mai unter Auflagen (Mindestabstand) wieder genehmigungsfähig, nicht jedoch musikalische Auftritte.

Immer wieder erreichen uns auch Berichte über Flashmobs und Standkonzerte von Blaskapellen, die den Corona-Sicherheitsabstand berücksichtigen. Und immer wieder fragen Musikvereine nach, ob denn das grundsätzlich erlaubt ist.
Deshalb haben wir bei einer Polizeidienststelle und bei einem Landratsamt (in dem solch ein Standkonzert stattfand) nachgefragt und folgende Auskunft bekommen: Grundsätzlich ist eine Zusammenkunft von mehreren Menschen zu Freizeitaktivitäten nicht gestattet. Deshalb bedürfte es einer Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes für solche musikalischen Aktivitäten, die zumindest das betroffene Landratsamt nicht mehr ausstellen wird.
In Baden-Württemberg läuft gerade eine Prüfung, ob eine Strafe gegen den Musikverein Obertalheim ausgesprochen werden soll, die einen spontanen „Kofferraum-Ständles-Flashmob" gemacht haben.
Vermutlich deshalb, weil man aktuell wohl davon ausgeht, dass das Spielen von Blasinstrumenten und das Singen eine erhöhte Gefährdung darstellt (Aerosol-Hypothese).

Aktuell kann niemand sagen, wie lange die Einschränkungen noch andauern werden. Nichts desto Trotz wollen die bayerischen Blasmusikverbände unvermindert für ihre Vereine da sein. Auch wenn wir nicht sofort alle Fragen beantworten können, bemühen wir uns um entsprechende Auskünfte und werden Sie immer zeitnah informieren. Wir setzen uns mit aller Kraft für die Interessen unserer Musikvereine ein.

MON-Präsident Dr. Marcel Huber ruft in seiner Videobotschaft zur Gelassenheit auf: https://vimeo.com/user99022576/review/411995139/5fbb11ffc9

So ist es uns in der vergangenen Woche in einer gebündelten Aktion von Musikrat und den bayerischen Blasmusikverbänden gelungen, eine Sonderförderung für selbständige Künstler, Dirigenten und Ausbilder zu erreichen, die in der Künstlersozialkasse gemeldet sind und finanzielle Probleme durch die Corona-Krise bekommen. Jeder dieser Dirigenten und Ausbilder kann für drei Monate jeweils 1.000 Euro staatliche Förderung bekommen. Die Förderung soll ab Anfang Mai bei den Regierungen beantragt werden.

Zudem haben sich die Präsidenten der Blasmusikverbände in dieser Woche darauf verständigt, sich bei Ministerpräsident Dr. Söder für einen Hilfsfonds für kulturschaffende, gemeinnützige Vereine stark zu machen.  Zielsetzung ist, dass Vereine Mittel beantragt können, wenn beispielsweise für Nachwuchsarbeit, Mieten/Betriebskosten beim Probenlokal oder Kosten für bereits in Auftrag gegebene und durch die Pandemie abgesagte Projekte (Storno- und Reisekosten, Ausfallhonorare, Werbung, Sachkosten o.ä.) entstanden sind.

Zudem führen wir Gespräche mit dem zuständigen Ministerium, dass wir in diesem besonderen Jahr bei den bereits zugesagten Fördergeldern aus dem engen Korsett der geltenden Förderrichtlinien entlassen werden, um eine maximale Flexibilität bei der Zuschussgewährung ermöglichen zu können. Gleiches gilt für Gespräche mit den Finanzbehörden über Erleichterungen der satzungskonformen Verwendung unserer Mittel. All das benötigt Zeit und hohe Energie. Deshalb bitten wir Sie um Geduld und Ihr Vertrauen. 

Derzeit läuft auch eine Anfrage an die Bayerische Staatskanzlei bzgl. einer Definition von „Großveranstaltungen“, die bis 31. August verboten sind, sowie der Frage wer in allen anderen Fällen die Entscheidung über die Durchführbarkeit oder das Verbot von Veranstaltungen trifft.

Ein erster Schritt ist die Möglichkeit für Instrumentalausbilder den Unterricht im Haus des Schülers durchführen zu können. Dies ist – unter Beachtung von Hygienestandards (hier verweisen wir auf die Empfehlungen des Bayerischen Tonkünstlerverbandes) – ab sofort selbständigen und freiberuflichen Instrumentallehrern möglich. Ein Unterricht im Haus des Lehrers oder im Proberäumen des Musikvereins ist aktuell nicht erlaubt. Wir bemühen uns darum, dass nach dem 3. Mai nach und nach auch andere Unterrichtsformen wieder möglich werden. Allerdings weisen wir auch auf die „Aerosol-Hypothese“ hin, die von einer erhöhten Corona-Gefährdung beim Singen und Spielen von Blasinstrumenten ausgeht. Mehr dazu in der Mai-Ausgabe der „Blasmusik in Bayern“, die digital erscheinen wird.  .

Der Vorstand des MON glaubt nicht daran, dass dies bereits in wenigen Wochen möglich sein wird. Deshalb haben wir bereits jetzt die Probenphase unseres Auswahlorchesters abgesagt.

Unser Verbandsleben ist zwar massiv eingeschränkt, findet jedoch weiterhin – wenn auch auf anderen Kanälen – statt. So bieten unsere Verbände seit zwei Wochen eine ganze Reihe von Webinaren an. Von Vereinssteuerrecht bis zum Thema Musikergesundheit, von „Motivierende Musikpädagogik“ bis zu den „Satzproben dahoam“ mit den Münchner Philharmonikern reicht das Angebot der Webinare, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Sogar der Quali- und der D3-Gold-Kurs konnten digital durchgeführt.

Wir freuen uns sehr über die Kreativität unserer Vereine, die mit verschiedensten Aktionen ihre Musiker bei der Stange halten und weiterhin auf sich aufmerksam machen. Bitte lassen Sie die nächsten Wochen – trotz Ausgangsbeschränkungen oder Einschränkungen bei Musikproben und Auftritte – nicht ungenutzt verstreichen. Nutzen Sie die „ruhigere Zeit“ für Fortbildungen, für digitale Kontakte zu ihren Vorstandsmitgliedern und Musikern, seien Sie kreativ und vor allem seien Sie vorbereitet auf den Moment, „wenn es wieder losgeht“! Möglichkeiten mit ihren Vorstandsmitgliedern und Musikern in Video-Konferenzen in Kontakt zu treten, gibt es viele. Auch hier können Ihnen unsere Geschäftsstellen Tipps geben.

Sie können versichert sein, dass wir unermüdlich an Lösungen, Verbesserungen und Erleichterungen arbeiten und für die Klärung diverser Fragen sorgen. Nicht alles wird gelingen, was wir uns wünschen oder vorstellen. Aber erste Erfolge konnten wir feiern und es gibt vielversprechende Signale, dass unsere Anliegen Gehör finden.

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