Neue Informationen zum Laienmusizieren in Corona-Zeiten

© Christian Daum / pixelio.de
Nachdem nicht jede Regelung in der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sich sofort von selbst erklärt, haben wir einige Punkte mit dem für unseren Bereich zuständigen Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geklärt:

Mehr Publikum möglich! (ab 15. Juli)
Für kulturelle Veranstaltungen und Kinos wird die bislang geltende Personenbeschränkung folgendermaßen angehoben:
• bei zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen auf 400 Personen im Freien bzw. 200 Personen in geschlossenen Räumen,
• ohne zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze auf 200 Personen im Freien bzw. 100 Personen in geschlossenen Räumen
Für die konkrete Umsetzung suchen wir Beispiele, wie unsere Vereine mit den Publikumsregelungen umgehen. Wenn Sie innovative Veranstaltungskonzepte haben, von denen andere Vereine profitieren können, würden wir uns über eine Rückmeldung sehr freuen!

 

„Hygienekonzept Kulturelle Veranstaltungen und Proben“ vom 2. Juli

Das aktuelle „Hygienekonzept Kulturelle Veranstaltungen und Proben“ vom 2. Juli sieht eine weitere Erleichterung hinsichtlich des Publikums vor:
So haben „Personen, die nach den aktuell gültigen Regelungen im Verhältnis zueinander von den Kontaktbeschränkungen befreit sind, die Abstandsregel untereinander nicht zu befolgen.“
Dies bedeutet nach aktuell gültiger Regelung, dass Mitglieder von Haushalten oder Gruppen von bis zu 10 Personen ohne Einhaltung des Mindestabstandes Platz nehmen dürfen.
Für die Ticketausstellung wurde dies auch in der aktualisierten Fassung des Hygienekonzepts unter Ziffer 3.3.1 Satz 3 aufgenommen: „Soweit allgemein ein Mindestabstand vorgeschrieben ist, bleibt die Buchung zusammenhängender Plätze ohne Einhaltung des Mindestabstands auf den Personenkreis beschränkt, der nach den aktuell gültigen Regelungen im Verhältnis zueinander von den Kontaktbeschränkungen befreit ist“.
Wie die neue Regelung bei Veranstaltungen ohne Ticketausstellung oder mit stehendem Publikum angewendet werden kann, muss die Praxis der nächsten Wochen zeigen.
Link zum „Hygienekonzept Kulturelle Veranstaltungen und Proben“: www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2020-386/

 

Sind auch Standkonzerte mit nicht explizit zugewiesenen Plätzen möglich?
Zunächst einmal dürfen sowohl Konzerte stattfinden, bei denen die Besucher sitzen als auch solche, bei denen die Besucher stehen. Die Anforderung bezüglich der explizit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätze bezieht sich auf Veranstaltungen mit höchstens 100 möglichen Besuchern in geschlossenen Räumen und höchstens 200 unter freiem Himmel. Dies bedeutet, dass Konzerte mit stehenden Besuchern auch ohne zugewiesenen Plätzen stattfinden können, allerdings dann mit der geringeren Personenhöchstzahl von 50 und 100. Selbstverständlich muss das Hygienekonzept dann trotzdem regeln, wie der Mindestabstand gewährleistet werden kann (bspw. Bodenmarkierungen etc.).
 
Muss bzgl. der Konzertbesucher auch eine Anwesenheitsliste geführt werden, wenn keine Sitzplätze/Tickets verkauft werden?
Im Rahmenkonzept heißt es: „Um eine Kontaktpersonenermittlung im Falle eines nachträglich identifizierten COVID-19-Falles unter den Besucherinnen bzw. Besuchern, Mitwirkenden und Personal zu ermöglichen, ist eine Dokumentation mit Angaben von Namen und sicherer Erreichbarkeit (Telefonnummer oder E-Mail-Adresse bzw. Anschrift) einer Person je Hausstand und Zeitraum des Aufenthalts zu führen.“. Im Ergebnis ja, bei einer Person pro Hausstand.
 
Wie ist die Regelung von 10 Personen, die sich treffen dürfen (auch im gastronomischen Bereich) mit der Besucherregel von Konzerten (Abstand 1,50 Meter) zu sehen bzw. kann man das kombinieren?
Unabhängig von der Regelung zu Mindestabständen gilt nach 3.3.1 des Rahmenhygienekonzepts: „Soweit allgemein ein Mindestabstand vorgeschrieben ist, bleibt die Buchung zusammenhängender Plätze ohne Einhaltung des Mindestabstands auf den Personenkreis beschränkt, der gemäß § 2 Abs. 1 der Fünften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (5. BayIfSMV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 29.05.2020 (BayMBl. Nr. 304), zuletzt geändert am 12.06.2020 (BayMBl. Nr. 334) von den Kontaktbeschränkungen befreit ist.“
§ 2 Abs. 1 der 5.BayIfSMV in dieser Fassung lautete: (1) Der Aufenthalt mehrerer Personen im öffentlichen Raum ist so zu gestalten, dass er höchstens den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstands umfasst.


Ab dem 15.06.2020 sind Proben und Konzerte auch für Laienorchester möglich.
WICHTIG: Die Proben müssen notwendig für die Durchführung einer kulturellen Veranstaltung sein!
Der Veranstalter hat sicherzustellen, dass grundsätzlich zwischen allen Teilnehmern, also Besuchern und Mitwirkenden, ein Mindestabstand von 1,5m eingehalten werden kann; bei Einsatz von Blasinstrumenten ein Mindestabstand von 2m. Es gibt keine Begrenzung mehr auf eine maximale Mitwirkendenzahl (bisher 10 Musiker).

 

Bei Konzerten und sonstigen kulturellen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind höchstens 50 Besucher und unter freiem Himmel höchstens 100 Gäste zugelassen. Ab 22. Juni 2020 werden Veranstaltungen im Kunst- und Kulturbereich mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen mit bis zu 100 Besuchern in Innenräumen und mit bis zu 200 Besuchern im Freien möglich sein.

 

Und auch Vereinssitzungen sind ab 22.6. mit bis zu 50 Personen wieder möglich.

 

Eine Maskenpflicht für Mitwirkende (Musiker) gilt nicht, soweit dies zu einer Beeinträchtigung der künstlerischen Darbietung führt oder wenn der Mitwirkende einen festen Platz eingenommen hat und den Mindestabstand einhält.

 

Nachdem in den letzten Wochen nur Einzelunterricht möglich war, besteht ab 15.06. wieder  die Möglichkeit des Gruppenunterrichts (mit Ausnahme im Bereich Gesang) unter den o.g. Abstandsregelungen.

 

Ab 22.6. wird nun auch Chorgesang im Bereich der Laienmusik unter Auflagen wieder möglich sein.


Fazit: Nach und nach öffnen sich die Türen auch für die instrumentale Laienmusik! Umso wichtiger ist, dass sorgsam mit diesen neuen Freiräumen umgegangen wird. Fehlverhalten oder gar Corona-Fälle in den Vereinen wären sowohl für den Betroffenen als auch die Laienmusikszene fatal. 

 

Nachfolgend ist ein Entwurf für ein Hygienekonzept zu finden.

 

Die komplette Verordnung finden Sie hier: Verordnung zur Änderung der Fünften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

 

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