Corona-Virus: Aktuelle Handlungsempfehlungen

© Christian Daum / pixelio.de
Liebe Vorstände, liebe Dirigenten, liebe Musiker,   in den letzten Tagen und Wochen haben sich die Ereignisse rund um die Corona-Pandemie überschlagen. Nahezu jeden Tag ändert sich die Lage. Waren wir wie auch ihr anfangs damit konfrontiert, über die Absage von Veranstaltungen entscheiden zu müssen, geht es nach der Allgemeinverfügung – nach der wir unsere Vereinsräume nicht mehr nutzen dürfen - darum, die Probleme durch die Absage von geplanten Veranstaltungen zu bewältigen und die Zeit nach der Pandemie zu planen.

Uns erreichen immer mehr Anfragen, wie denn Vereine ihren freiberuflichen Dirigenten und Instrumentalausbildern helfen können, denen aktuell die Einnahmequellen wegbrechen.

Die rechtliche Lage stellt sich wie folgt dar:
-    Auf Grund der Allgemeinverfügung vom 16.03.2020 sind alle Veranstaltungen und Versammlungen landesweit in Bayern bis vorerst 19.4.2020 untersagt. Dieses Veranstaltungsverbot bricht alle geschlossenen Verträge. Es stellt „Höhere Gewalt“ dar. Dieses Veranstaltungsverbot gilt ähnlich auch in allen anderen Bundesländern, teilweise auch im Ausland.
-    Höhere Gewalt befreit die dadurch betroffene Vertragspartei zeitweise oder möglicherweise dauerhaft von ihrer vertraglichen Leistungspflicht. Die andere Vertragspartei kann deswegen keinen Schadensersatz verlangen. Es können natürlich beide Vertragsparteien den Vertrag auf Grund „Höherer Gewalt“ aufheben, weil die Erfüllung eben unmöglich wird auf Grund des bestehenden Verbots. Es ist sehr sinnvoll, rechtzeitig und begründet abzusagen.
(Auszug aus www.bayern-creativ.de)

Die Dirigenten und Instrumentalausbilder unserer Vereine sind in der überwiegenden Mehrzahl selbständig oder freiberuflich tätig. Ein wesentliches Merkmal einer solchen Tätigkeit ist, dass Honorare nur für geleistete Tätigkeit bezahlt werden. Deshalb weisen wir sowohl in eurem Interesse und auch im Interesse der Dirigenten und Instrumentalausbilder darauf hin, nicht einfach das Honorar weiterzubezahlen. Dies könnte im Fall einer späteren Sozialversicherungsprüfung zu Problemen hinsichtlich Scheinselbständigkeit führen.

Damit wir unsere Dirigenten und Instrumentalausbilder aber auch nicht im Regen stehen lassen, heißt es kreativ zu sein und ggf. auch die staatlichen Unterstützungsangebote zu nutzen:
-    In solchen Fällen, wo freiberufliche Musiker finanzielle Nachteile und Probleme durch die aktuelle Situation erleiden, kann vom Musiker ein Antrag an den „Härtefallfonds Corona“ gestellt werden, für den es bereits ein Antragsverfahren gibt: https://www.stmwi.bayern.de/coronavirus/ (Soforthilfe Corona).
-    Evtl. können auch Vorschüsse an die Freiberufler geleistet werden (die aber dann nach den Corona-Einschränkungen wieder hereingearbeitet werden müssen!!!)
-    Not sollte erfinderisch machen:
Auch wenn kaum jemand mit dem Online-Unterricht vertraut ist, sollten die Instrumentalausbilder prüfen, ob der Unterricht nicht per Skype oder WhatsApp abgehalten werden kann. Vielleicht freut sich so manches Kind über eine Abwechslung in den Zeiten, wo sie nun nicht einmal mehr Freunde treffen dürfen.
Ganz oft bleibt im regulären Instrumentalunterricht nur wenig Zeit für die Theorie-Ausbildung. Die Theorie lässt sich – evtl. auch in Kombination mit einer kurzen Instrumentaleinheit – sehr gut auch auf digitalen Wegen vermitteln und damit Einnahmen akquirieren!
Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Ihre Lehrer haben eine Verdienstmöglichkeit und Ihre (jungen) Musiker sind nach Ende der Restriktionen gleich wieder fit für die ersten musikalischen Einsätze.

Welche technischen Möglichkeiten gibt es?
• Telefonanruf / Telefonkonferenzen
• Whatsapp-Videoanrufe (geht auch eingeschränkt mit mehreren Personen)
• Skype-Konferenzen / FaceTime
• Meeting-Tools wie z.B. www.GoToMeeting.com, Google Hangouts (Erklärvideo: https://www.youtube.com/watch?v=eQra51rk-SQ), Zoom.
Manche Programme bieten auch eine kostenlose Testphase für ein paar Tage oder Wochen.

Wir als Musikbund von Ober- und Niederbayern wollen in den nächsten Tagen versuchen, unser Angebot an Webinaren (Online-Seminaren) auszubauen, damit wir alle die Zeit sinnvoll nutzen können, in der kein öffentliches Leben mehr stattfinden kann.

Nutzen auch Sie die – evtl. ruhigeren nächsten Wochen – um Ihren Verein für die Zeit nach Corona fit zu machen und Ideen zu entwickeln, wie man evtl. entgangene Einnahmen kompensieren kann.

Im Namen des ganzen MON-Teams und unserer Mitarbeiter, die sich derzeit auch im Homeoffice befinden, wünsche ich euch viel Gesundheit, Durchhaltevermögen und Kreativität im Umgang mit dieser Ausnahmesituation!

Andreas Horber, Geschäftsführer MON

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