Jugendkapellen-Wettbewerb am 21. Juli im Münchner Audi-Dome

Foto: Pimauge/Wikipedia
Just an dem Ort, an dem vor einigen Wochen die Basketballer des FC Bayern München ihr »Double« klar gemacht haben, steigt am 21. Juli ein neues Wettbewerbsformat. Unter dem Motto »Spielen wie die Meister« treffen sich gleich neun MON-Jugendkapellen zum musikalischen Wettstreit.

Genau genommen müsste man jetzt, wo die Bayern-Basketballer als Double-Gewinner feststehen, auch darauf hinweisen, dass alle Kapellen, die sich der Jury und dem Publikum stellen, auch spielen wie die Pokalsieger. Aber Moment: die Kapellen, die sich dem Publikum stellen? Richtig. Das Neue am Wettbewerbsformat »Spielen wie die Meister« ist nicht nur der Audi-Dome als Austragungsort, sondern auch der Applausometer, der quasi als fünfter Juror fungiert. Viele Fans, die die Jugendkapellen unterstützen, sind also eine große Hilfe für die jungen Musikerinnen und Musiker! Der Eintritt zum Jugendkapellen-Wettbewerb ist frei!

Vielmehr ist auch die Wettbewerbsausrichtung neu: Erstmals gibt es im MON einen (Jugendkapellen-)Wettbewerb, der sich mit Unterhaltungsliteratur beschäftigt. »Die bisherigen Literaturmeldungen sind hauptsächlich aus dem Bereich Filmmusik und Musical – wir werden es also mit niveauvoller Unterhaltung zu tun bekommen«, verrät MON-Geschäftsführer Andreas Horber schon vorab.

Ebenfalls neu wird die Art der Bewertung. Während üblicherweise eine Jury die Punkte vergibt und sich dabei an den zehn bekannten Kriterien orientiert, die beispielsweise auch für die Wertungsspiele gelten, wird dem Publikum im Audi Dome eine wichtige Rolle zukommen. Denn die Zuhörer und -schauer auf den Rängen können mit ihrem Applaus Einfluss auf die Wertung nehmen. Für die Kapellen bedeutet das: Je mitreißender der Vortrag, desto kräftiger der Applaus. Und desto höher die Punktzahl in diesem Wertungsbereich. Wenn dann auch die musikalische Qualität des Vortrags stimmt, sollte einer guten Platzierung nichts mehr im Weg stehen – vielleicht abgesehen von einer anderen Kapelle, die noch mitreißender oder mit noch höherer Qualität gespielt hat. Die Juroren werden anstelle eines Jury-Gesprächs mit den Dirigenten den Kapellen unmittelbar nach dem Vortrag ein kurzes öffentliches Feedback.

»Offenbar haben wir mit dem Jugendkapellen-Wettbewerb ›Spielen wie die Meister‹ offene Türen aufgestoßen«, weiß MON-Geschäftsführer Andreas Horber. »Wir hatten ganz schnell neun Anmeldungen beisammen und hätten noch einige Teilnehmer mehr haben können. Leider hatten viele interessierte Jugendkapellen an dem Termin Ende Juli keine Zeit«, so Horber weiter. Interessant ist übrigens auch, dass die neun Teilnehmer allesamt in der Altersgruppe I angesiedelt sind. Die Kapellen haben also ein Durchschnittsalter von höchstens 16 Jahren.

Diese Tatsache wiederum dürfte die Handwerkskammer als Mitausrichterin freuen. Denn die Verantwortlichen wollen Handwerk und Blasmusik verbinden: Die jugendlichen Blasmusiker können während des Wettbewerbs bei verschiedenen Aktivitäten die Ausbildungsberufe im Handwerk kennenlernen. Wer kurz vor der Berufswahl steht, so die Überlegung, kann hier Ideen und Inspiration sammeln. Und wer weiß, vielleicht bekommt der eine oder andere Wettbewerbsteilnehmer »seinen« Beruf und wird auch in seinem Handwerk irgendwann zum Meister?

Klar ist bereits, dass die Handwerkskammer für München und Oberbayern aus den Reihen der Teilnehmer am Jugendkapellen-Wettbewerb ein Ensemble auswählen wird, das die Meisterfeier Ende Oktober im ICM München musikalisch umrahmen wird. Einmal im großen Kongresszentrum im Münchner Osten vor 2500 geladenen Gästen zu spielen, dürfte für die jungen Musiker ein einmaliges Erlebnis werden. Und so wird aus dem Motto des Wettbewerbs »Spielen wie die Meister« auch ganz schnell der Nachsatz »Spielen für die Meister«.

www.hwk-muenchen.de/ spielenwiediemeister

zurück